The Asian Swamp Turtles of the
genera Cuora (GRAY, 1855)

Cuora flavomarginata

Ergänzende Bemerkungen zur Haltung und zur Nachzucht von Cuora flavomarginata (GRAY, 1863)

Cuora flavomarginata zählt neben Cuora amboinessis zu den recht häufig in Deutschland gepflegten Schildkröten der Gattung Cuora. Da aber diese ihr Hauptverbreitungsgebiet in China hat, ist damit zu rechnen, daß sich ihr Bestand in den nächsten Jahren dramatisch verringert.
Dies ist schon jetzt dran zu ersehen, daß sie kaum noch im hießigen Handel auftaucht. In China werden Schildkröten zu tausenden auf Lebendtiermarkten zum Zwecke des menschlichen Konsums gehandelt.
Deshalb ist es umso wichtiger, sich rechtzeitig um die Zucht dieser sehr schönen Schildkröte zu kümmern.

 

1. Allgemeines

Eine umfassende Übersicht über die Neubeschreibungen der Gattung Cuora geben FRITZ & OBST 1998.
Berichte über die Haltung und Zucht von Vertretern der Gattung Cuora werden in den letzten Jahren häufiger Dies ist umso erfreulicher, da PHILLIPPEN (1997) die Gattung Cuora als gefährdet einstuft
Dieser Artikel soll sich speziell mit der Haltung und Zucht von Cuora flavomarginata beschäftigen. Auch hier hat es in den letzten Jahren erfreuliche Erfolge gegeben.
LORENZ hat innerhalb seiner Publikation "Die Schildkröten Südost Asiens" von einer Nachzucht C. flavomarginata berichtet ohne näher auf die Haltungsbedingungen und die Zeitigung einzugehen. ZWARTEPORT und BECKER berichteten von der Haltung und Zucht von C. flavomarginata. SCHAFFER & FELSNER, 1997 erreichten innerhalb Österreich Nachzuchten. SCHÄFER (1997) trug zu Erkenntnissen bei der Haltung bei.
BASILE und LORENZ stufen C. flavomarginata aufgrund des kleinen Verbreitungsgebietes entgegen dem WA-Status als gefährdete Schildkrötenart ein. Ihr Biotop ist bisher noch recht unerforscht geblieben). Im allgemeinen werden Reiskulturen und Monsunwälder in mittlerer Höhenlage, also Feucht- und Sumpfgebiete mit flachen Wasserlachen angegeben.
BASILE weist auf die Futterproblematik hin, was sich bei meinen Tieren, die sehr gierig sind, nicht so darstellt. Eine Mischung aus pflanzlicher und tierischer Kost ist für ein Wohlbefinden der Tiere notwendig. Umfassende Untersuchungen über das Beutefangverhalten von C. flavomarginata wurden von KORNMANN publiziert.

 

2. Unterbringung der Elterntiere

1989 bot sich mir die Möglichkeit, ein semiadultes Paar der Art Cuora flavomarginata zu erwerben. Diese Tiere hatten bereits einige Zeit im Terrarium verbracht und waren ausschließlich mit Katzenfutter gefüttert worden. Die Umstellung auf abwechslungsreiche Kost war anfänglich mühsam. Durch Gabe von vitaminisierten Regenwürmern, Zophobas-Larven, Rinderherzstreifen, Gehäuse- und Nacktschnecken stellten die Tiere ihre Freßgewohnheiten um.
1990 konnte ich zu diesem Paar ein in der Größe passendes Weibchen erwerben. Die anfängliche Scheu der Tiere verlor sich nach etwa einem dreiviertel Jahr vollkommen. Jetzt nahmen sie auch außer der tierischen Kost die immer wieder angebotenen Früchte an. Der Speisezettel wurde nun mit Bananen, Kiwis, überreifen Birnen, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Tomaten und Schildkrötenpellets, sowie mit Schildkrötenpudding erweitert. Äpfel, Salat und Löwenzahn werden allerdings immer noch verschmäht.
Die Tiere wurden in einem Aquaterrarium mit den Maßen LHB 100 x 40 x 40 cm untergebracht. Eine 40 x 23 cm große Glasplatte wurde im Winkel von 40° vertikal als Trennung zwischen Wasser- und Landteil eingeklebt. Eine flache Felsplatte im Wasser und eine auf die Glasplatte geklebte Korkplatte erleichtern den Tieren den Ein- und Ausstieg ins Wasserteil. Der Wasserteil wird über einen Eheim - Außenfilter 2011 gefiltert. Die Tiere scheuen tiefes Wasser, so daß darauf geachtet werden muß, daß Sie bequem mit dem Kopf über die Wasseroberfläche können. Der Landteil wird mit einer Heizmatte (25 x 35 cm / 15W) beheizt. Als Beleuchtung dient eine Leuchtstoffröhre Osram 18 W. Über der Heizmatte wurden Sandsteinplatten so angeordnet, daß in der Mitte des Terrariums eine Legegrube entstand. Das Terrarium wird tagsüber auf 28 - 30 °C geheizt, nachts sinkt die Temperatur auf 24 - 26 °C. Als Bodensubstrat verwende ich Sand, der lokal feucht gehalten wird. Insgesamt ist das Terrarium mit circa 10 cm Sandstein und Sand aufgefüllt. Die Tiere schlafen auf dem Landteil unter der schrägen Glasplatte, wo sie sich ein Versteck gegraben haben.
Bodensubstrate wie Rindenmulch, Torf, Erde, oder ein Gemisch aus Sand/Torf haben sich aus praktischen Gründen nicht bewährt, da die Tiere aufgrund ihrer intensiven Grabtätigkeit und dem ständigen Wechseln zwischen Land und Wasser den Wasserteil extrem verunreinigen.
Cuora flavomarginata gilt als untereinander sehr unverträglich. Elmar Meier empfielt deshalb eine Einzelhaltung und nur Vergesellschaftung zur Paarung. ZWARTEPORT (1986,1991) berichtet dagegen von drei Männchen und einem Weibchen, die er in einem 170 x 100 x 100 cm großen Aqua-Terrarium untergebracht hat. Die o.g. Haltung hat sich bei mir bewert, wobei es sofort zu Beisereien und Kämpfen kam, wenn zwei Männer sich im Terrarium befunden haben.

 

3. Winterruhe

Von Dezember 1990 bis Anfang Februar 1991 überwinterte ich die Tiere erstmalig. Dazu wurde Anfang Dezember zuerst die Bodenheizung abgestellt. Nachdem die Tiere sich unter der schrägen Glasplatte auf dem Landteil nach circa 2 Wochen vollständig eingegraben hatten, wurde die Beleuchtung ausgeschaltet und das Terrarium mittels Pappe abgedunkelt. Die Tiere verblieben dort circa 2 Monate bei 10 - 15 °C in Winterruhe.
Nach der Winterruhe wurde zuerst die Verdunkelung entfernt, dann die Beleuchtung und zuletzt nach 2 Wochen die Bodenheizung eingeschaltet.

 

4. Paarung

Circa 4 Wochen nach der Winterruhe konnte ich erstmals Balz- und Paarungsverhalten bei dem zuerst erworbenen Paar beobachten. Dabei näherte sich das Männchen mit stark nickenden Kopfbewegungen dem Weibchen frontal, schob seinen Kopf und anschließend den ganzen Körper unter das Weibchen, das sich passiv verhielt. Dieses Balzverhalten konnte ich sowohl an Land als auch im Wasser beobachten, während Paarungen nur im Wasser stattfanden. Vereinzelt verbeißt sich das Männchen in den Panzerrand über dem Kopf des Weibchens und beginnt dieses zu schütteln. Dabei stehen sich die Tiere gegenüber. Dabei kommt es bei meinen Tieren allerdings nicht zu Verletzungen des Weibchens. Diese Paarungskämpfe scheinen zum Verhaltensschema der Tiere zu gehören.
Leider kam es in diesem Jahr zu keiner Eiablage. Anscheinend sind die Weibchen von C. flavomarginata erst nach Überschreiten von circa 500 - 550 g Körpergewicht geschlechtsreif.

 

5. Eiablagen

Nach der Winterruhe 91/92 bemerkte ich wiederum im Februar und März Balz- und Paarungsaktivitäten bei diesem Paar. Eine deutliche Gewichtszunahme des Weibchens deutete auf eine Eibildung hin. Deshalb entschloß ich mich das weibliche Tier abzutasten, und konnte deutlich in der Hinterbeingrube zwei Eier palpieren. Daraufhin kontrollierte ich täglich das Tier. Am 28.03.1992 stellte ich bei einer Kontrolle fest , daß es die Eier abgelegt haben mußte. Es hatte sie zwischen zwei Sandsteinplatten im Sand abgelegt, wobei anscheinend ein Ei zerdrückt wurde (Gelege1). Das zweite Ei, hartschalig, oval und 46 mm lang, wurde in feuchtes Vermiculit gebettet und bei 28 ± 0,5 °C im Brutschrank gezeitigt. Nach 4 Wochen konnte ich bei der Durchleuchtung des Eies feststellen, daß sich der Dotter deutlich abgesetzt hatte. Eine Entwicklung war nicht zu erkennen und das Ei wurde verworfen.
Nach der Winterruhe 92/93 gestaltete ich die Einrichtung des Landteiles um. Durch die Schaffung einer "Legegrube" wollte ich ein unbeabsichtigtes Zerstören der Eier verhindern. Erstmals wurde auch das 2. Weibchen bei der Balz des Männchens berücksichtigt.
Am 26.04.1993 fand ich zwei ovale 43 mm und 45 mm große hartschalige Eier des 1. Weibchens (Gelege 2), die ich in feuchtes Vermiculit überführte und im selbstkonstruierten Brutkasten bei 28° ± 0,5 °C inkubierte.
Am 03.05.1993 fand ich an der gleichen Stelle in der Legegrube zwei Eier des 2. Weibchens, je 44 mm groß (Gelege 3).
Ein zweites Gelege (Gelege 4) des 1. Weibchens am 27.05.1993 bestand nur aus einem Ei, das allerdings mit 35mm deutlich kleiner war als die Eier der anderen Gelege. Dieses Ei entwickelte sich nicht und wurde nach 4 Wochen verworfen.
Bei einer routinemäßigen Kontrolle nach circa einer Woche konnte ich bei je einem Ei der Gelege 2 und 3 eine deutliche Bänderung feststellen, während sich das jeweils andere Ei nicht entwickelte.
Nach der Winterruhe 93/94 konnt ich wiederum Balz- und Paarungspiele mit beiden Weibchen beobachten. Anfang Mai stellte ich bei einer routinemäßigen Kontrolle fest, daß das kleinere Weibchen 2 deutlich an Gewicht zugenommen hatte,und ich ertastete auch mindestens ein Ei. Nach weiteren circa 14 Tagen stellte ich wiederum durch Ertasten fest, daß das Weibchen abgelegt haben mußte. Ich durchsuchte die Legegrube und den weiteren Landteil des Aqua - Terrariums. Leider konnte ich kein Gelege finden.
Am 30.06.94 reinigte ich den Wasser und Landteil des Aqua - Terrariums. Dabei fand ich das Mitte Mai abgelegte Ei. Das Weibchen hatte das Ei unter eine Sandsteinplatte in der Legegrube plaziert, sodaß es nur schwer zu entdecken war (Gelege 5). Durch die unvorsichtigen Reinigungsarbeiten zerbrach das Ei, und man konnte deutlich einen circa 1 cm großen Embrio erkennen, der noch kurze Zeit lebte. Das Weibchen hatte sich in der Legegrube einen so idealen Platz ausgesucht, daß sich der Embryo im Ei in dem Terrarium entwickeln konnte, und wahrscheinlich auch zum Schlupf gekommen wäre.
Am 04.07.1994 verstarb das Weibchen 2. Bei der anschließenden Obduktion wurde festgestellt, das ein kreisrundes, etwa Tischtennisball großes Ei zur Legenot geführt hatte, an der das Tier verstarb.
Im November 1994 hatte ich die Gelegenheit, ein semiadultes Weibchen (Weibchen 3) zu erwerben, welches zu dem Zuchtpaar gesetzt wurde. Es wog circa 300 g und wurde von dem Männchen wenig beachtet. Nach der Winterruhe 1996/1997 wogt dieses Tier 480 g und wurde jetzt in die Paarungsaktivitäten mit einbezogen.
Im Frühjahr 1995 habe ich den Tieren ein neues Terrarium mit den Maßen 100 x 60 x 50 cm eingerichtet. Wahrscheinlich kam es dadurch 1995 zu keiner Eiablage. In das freigewordene Terrarium wurde ein weiteres semiadultes Paar (Weibchen 4, Männchen 2) gesetzt, welches ich im Frühjahr 1995 erwerben konnte. Diese Tiere unterscheidet sich durch eine wesentlich intensivere Kopfzeichnung, welche deutlich dunkel eingefaßt ist.
Am 09 Mai 1996 legte Weibchen 1 wiederum ein Ei (Gelege 6). Dieses war mit einer Länge von 59mm, einer Breite von 23 mm und 19 g Gewicht deutlich größer, als die anderen Eier. Am 27. Juni legte das Weibchen erneut zwei Eier (Gelege 7). Diese waren mit 10,30 g und 10,93 g wiederum etwas kleiner als üblich.
Diese drei Eier wurden nach Gelege getrennt in eine Box überführt, die 65 g Vermiculit und 150 g Wasser enthielt. Gezeitigt wurden die Eier bei 29 ± 0,5 °C. Bei einer routinemäßigen Kontrolle nach circa einer Woche konnte ich bei den großen Ei aus Gelege 6, sowie bei einem Ei aus Gelege 7 eine deutliche Bänderung feststellen, während sich das andere Ei sich nicht entwickelte.
Am 14. April 1997 legte Weibchen 1 wieder ein ungewöhnlich großes Ei von 19,48 g Gewicht (Gelege 8), auch hier war ca. nach einer Woche eine deutliche Bänderung zu erkennen.
Am 13.05.1997 legte Weibchen 1 ein 13,89 g schweres Ei (Gelege 9) und am 01.06.1997 legte Weibchen 3 ihr erstes Ei (Gelege 10). Diese beiden Eier aus Gelege 9 und 10 entwickelten sich nicht.
Nach der Winterruhe 1997/98 wurden Paarungen des "kleineren Paares" beobachtet. Da das Weibchen 4 jetzt ein Gewicht von 520 g erreicht hatte, war die erste Eiablage für dieses Jahr zu erwarten.
Am 22.03.1998 legte Weibchen 4 ihr erstes Gelege (Gelege 11). Die beiden Eier wogen 15,00 g und 15,23 g. Am 05.05.1998 legte Weibchen 4 ein weiteres Ei (Gelege 12). Alle Eier dieses Weibchens waren imersten Jahr unbefruchtet.
Am 22.03.1998 legte Weibchen 12 Eier (Gelege 13). Beim Durchsuchen des Terrariums wurden die Eier in ihrer Lage verändert und es war nicht möglich, die ursprüngliche Lage zu rekonstruieren. Die Eier wurden trotzdem in den Inkubator verbracht. Die Eier bänderten sich, doch Anfang Juni fing das erste Ei an einzufallen.
Am 05.06.1998 wurde das Ei geöffnet. Es befand sich ein 5,5 g schwerer verendeter Embryo in Rückenlage in dem Ei. Am 18.06.1998 wurde Ei 2 aufgrund starker Geruchsentwicklung ebenfals verworfen, ohne es allerdings vorher zu öffnen. Hier ist zu bemerken, daß bei C. flavomarginata - Eiern beim Überführen in die Zeitigungsbox anscheinend die Lage nicht verändert werden darf, da sonst unweigerlich das Jungtier im Ei abstirbt.

 

6. Schlupf der Jungtiere

Bei einer Kontrolle des Gelege 2 am 14.07.1993, nach 101 Tagen stellte ich fest, daß das Ei aus dem ersten Gelege an einem Polende geöffnet war. Ein Jungtier schaute heraus. Am Abend dieses Tages hatte die kleine Schildkröte ihre Eischale verlassen. Der Dottersack war vollständig aufgebraucht. Der Schlüpfling wog 10,4 g, ich habe ihn nicht vermessen. Aus dem dritten Gelege schlüpfte am 30.07.1993 nach 95 Tagen eine 8,7 g schwere Schildkröte. Beide Tiere waren äußerlich gesund. Sie sind ein verkleinertes Abbild ihrer Eltern, einzig der deutlich ausgebildete gelbe Rückenkiel deutet auf ein "Jugendkleid" hin.
Die leicht erhöhte Temperatur, sowie eine höhere Feuchtigkeit des Vermiculites haben die Zeitigung der Gelege 6 und 7 bescheunigt. Am 22. Juni 1996 schlüpfte aus Gelegt 6 nach 74 Tagen ein 12,71 g großes Jungtier. Am 09. September 1996 schlüfte nach ebenfals 74 Tagen ein 6,86 g großes Jungtier.
Aus Gelege 8 schlüfte das Jungtier am 23.06.1997 bei 29 ± 0,5 °C in feuchtem Vermiculit nach 71 Tagen mit einem Gewicht von 12,19 g.
Auffällig war bei den letzten drei Nachzuchten, daß das Verhältnis zwischen Eimasse und der Masse des Schlüpflings 1,5 betrug. Dies ist umso erstaunlicher, da die Gewichte stark differierten. Hier sollte eine genauere Untersuchung erfolgen.
Die Angaben von Schaffer und Felsner zu Eigewicht und Masse des Schlüpflings differieren von 1,53 bis 1,83. Hier ist aber aufgrund der Ungenauigkeit der Waage durchaus mit Schwankungen zu rechnen, die Ergebnisse liegen aber im Untersuchungsbereich.
Läßt man die Gelege 1/10/11 als Erstgelege, die Gelege 4/9/ und 13 als Zweitgelege und die Gelege 5/12 als selbstverschuldete Zerstörung außer acht, dann sind in den Gelegen 2/3/6/7/8, also in 5 Gelegen mit insgesamt 8 Eiern 5 Junge geschlüpft. Das entspricht einer Schlupfrate von ca. 63 %.
Die Reproduktionsrate von 5 Jungen in insgesamt 6 Jahren kann hier nicht als befriedigend angesehen werden, sondern ist als Anfang zu werten.

 

7. Haltung der Jungtiere

Die Tiere wurden in ein Terrarium mit den Maßen LBH 50 x 30 x 30 cm gebracht. Als Bodensubstrat wurde Rindenmulch verwendet, welches durch Besprühen mit warmen Wasser immer feucht gehalten wurde. Eine Wasserschale mit einem Durchmesser von 15 cm und einem Wasserstand von 1,5cm, Rindenstücke, um den Tieren Versteckmöglichkeiten zu bieten, sowie einige Pflanzen (Scindapsus) vervollständigen die Einrichtung. Ein 40 W - Punktstrahler sorgt für eine lokale Aufwärmung von 28 - 32 °C. Die Jungtiere bekommen das gleiche Futter wie ihre Eltern.
Die Schlüpflinge gruben sich sofort ein nachdem ich sie in das Terrariums setzte. Tagsüber sind sie kaum zu sehen, einzig in der Dämmerung oder früh morgens. Sie graben sich allerdings sofort wieder ein, wenn sie sich beobachtet fühlen. Die Tiere wachsen gut und erfreuen sich bester Gesundheit. Nach circa 20 Monaten betrug das Gewicht der Jungtiere aus Gelege 2 und 3 191g und 143g.
Nach 43 Monaten hatten die Tiere ein Gewicht von 340 g und 320 g erreicht. Es stellte sich heraus, daß es sich um ein Paar handelte. Da die Eier im gleichen Inkubator unter den gleichen Bedingungen bebrütet wurden, läßt die Überlegung zu, daß bei C. flavomarginata keinen Temperatur abhängigen Geschlechter bebrütet werden oder daß mit den Bedingungen von bei 28° ± 0,5 °C genau der Scheitelpunkt erreicht wurde.

 

8. Zusammenfassung

Es wird über eine kontinuierliche Haltung von C. flavomarginata über einen Zeitraum von fast 10 Jahren berichtet. Dabei wurden 12 Gelege mit insgesamt 19 Eiern abgesetzt. Die Gelegegröße betrug 1 bis 2 Eier. Die Eier wogen zwischen 10,30 g und 19,48 g.
2 Jungtiere schlüpften nach 95 bis 101 Tagen bei einer Inkubationstemperatur von 28° ± 0,5 °C, 3 Jungtiere schlüpften bei einer Inkubationstemperatur von 29° ± 0,5 °C schon bei 71 bis 74 Tagen. Die 5 Schlüpflinge wogen zwischen 6,86 g und 12,71 g.
Das Verhältnis Eigewicht zu Masse des Schlüpflings betrug 1,5 g.

 

9. Tabelle
Gelege
Weibchen
Eier (in Klammern defekte Eier)
Anzahl befruchtet
Eigewicht
[g]
Schlupf
Tage
Gewicht
[g]
Verhältnis Ei/Junges
Bemerk.
1
1
28.03.1992
2(1)
Erstgelege Weibchen 1
2
1
26.04.1993
2(0)
1
14.07.1993
101
10,4
3
2
03.05.1993
2(0)
1
30.07.1993
95
8,7
Erstgelege Weibchen 2
4
1
27.05.1993
1(0)
Zweitgelege
5
2
30.06.1994
1(1)
1
Ei zerstört, Embryo 1cm
6
1
09.05.1996
1(0)
1
19,00
19.06.1996
74
12,71
1,495
7
1
27.06.1996
2(0)
1
10,30
10,93
09.09.1996
74
6,86
1,501
8
1
14.04.1997
1(0)
1
19,48
23.06.1997
71
12,91
1,509
9
1
13.05.1997
1(0)
13,89
Zweitgelege
10
3
01.06.1997
1(0)
Erstgelege Weibchen 3
11
4
22.03.1998
2(0)
15,00
15,23
Erstgelege Weibchen 4
12
1
22.03.1998
2(0)
2
Eier gedreht
13
4
05.05.1998
1(0)
Zweitgelege

 

10. Schriften:

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BECKER, H. (1992): Beobachtungen bei der Haltung und Nachzucht von Sternotherus carinatus. (GRAY, 1856). - Salamandra, Bonn,28(1): 9-13
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- (1995): Terrarien-Nachzucht von Sternotherus carinatus (GRAY, 1856). -Sauria, Berlin, 17(3): 29-33.
- (1996): Bemerkungen zur Haltung und Nachzucht von Cuora favomarinata flavomarginata (GRAY, 1863). - Salamandra, Rheinbach, 32 (2): 65-72.
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